Geschöpf sein heisst Verantwortung: Einweihung der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur

Kategorie: JAGEN
Erstellt am Sonntag, 01. Mai 2016 Geschrieben von Manuel Dörfler

Zur Einweihung und zugleich Auftaktveranstaltung der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur, deren Träger der Bayerische Jagdverband e.V. ist, gaben sich in Wunsiedel am 08. April 2016 Wissenschaftler, Politiker und Jäger ein Stelldichein.

Das Ziel der Akademie sei es, Antworten auf wichtige Fragen bezgl. der Jagd angesichts der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen zu finden. Die Bayerische Akademie für Jagd und Natur solle die Chance bieten, jagdrelevante Themen zu erforschen. Es sollen Forschungsprojekte zu Themen vergeben werden, die von Bedeutung für die Zukunft der Jagd seien.

Präsidium des BJV mit Schirmherr der Akademie, Bundesminister a.D. Hans-Peter Friedrich (MdB)

Die Landesjagdschule Wunsiedel, welche für die Aus- und Weiterbildung der Jägerinnen und Jäger zuständig ist, werde durch die Gründung der Akademie neue Impulse bekommen. Mit einem rund 1.000 ha großen Revier biete die Jagdschule den Forschern beste Voraussetzungen für praxisbezogene Untersuchungen, deren Ergebnisse den Jägerinnen und Jägern helfen sollen, Antworten auf aktuelle und drängende Forschungsfragen zu finden.

Der Schirmherr der Akademie, Bundesminister a.D. Hans-Peter Friedrich gab den offiziellen "Startschuss". In seiner Rede erwähnte dieser, dass er voller Leidenschaft für die jagdlichen Themen sei. Er stellte die Wichtigkeit der Kooperation von Wissenschaft und Praxis heraus. Die Wissenschaft müsse ihre Erkenntnisse an die Landesjagdschule weitergeben. Auch wies er daraufhin, dass sich die Bedingungen für das Wild ändern, da der Mensch, der Teil der Natur sei, in die diese eingreife. Er wünschte der Akademie alles Gute und Gottes Segen.

Pädagoge Prof. Helmut Zöpfl sprach u.a. vom Auftrag der Akademie, den Schulkindern durch den Unterricht ein Naturverständnis zu vermitteln. Der bekennende Katholik kam auf die Schöpfung zu sprechen und erwähnte dabei die neue Umweltenzyklika ("Laudato si") von Papst Franziskus. Prof. Zöpfl wünschte der Akademie gutes Gelingen beim Transfer der Wissenschaft in die jagdlichen Bereiche.

Prof. Dr. Klaus Stüwe referierte über den Wandel der Gesellschaft. Dabei ging er u.a. auf die Domestizierung (Zähmung) der Natur ein. Er stellte den gesellschaftlichen Wandel nicht als Gefährdung oder Bedrohung dar, sondern als Chance auf Wahrnehmung. Er fände es gut, wenn es der Akademie gelänge, bei der Bevölkerung mehr Verständnis für die Jagd zu gewinnen.

Dr. Miroslav Vodnansky mit Prof. Dr. Klaus Stüwe

Der Präsident des Bayerischen Jagdverbands e.V., Prof. Dr. Jürgen Vocke, fasste die vorangegangene Thematik mit den Worten "keine Angst vor dem Neuen" zusammen. Die abschließende Podiumsdiskussion wurde von der BR-Moderatorin Christine Schneider geleitet. Mit Fragen wie "kommunizieren die Jäger falsch?" oder "warum schaffen es die Jäger nicht, das Wildfleisch besser zu vermarkten?" trug sie maßgeblich zu einer lebhaften Diskussion bei.


Christine Schneider mit BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke


Prof. Dr. Klaus Stüwe verwies zum Thema "Kommunikation" auf die Bedeutung des Auftretens jedes einzelnen Jägers in der Öffentlichkeit , welches ein Bild auf die gesamte Jägerschaft projeziere. Der Leiter des Mitteleuropäischen Institutes für Wildökologie, Dr. Miroslav Vodnansky, äußerte sich zur Qualität des Wildbrets und betonte, dass das Label "BIO" mittlerweile genauso intensive Landwirtschaft sei, wie die konventionelle Landwirtschaft.


Prof. Dr. Klaus Stüwe im Gespräch mit Dr. Reddemann


Er forderte die versammelte Jägerschaft dazu auf, in Gesprächen über das Wildbret nicht mehr vom "Bioprodukt", sondern vom "Naturprodukt" zu sprechen. "Jäger sind aktive Naturschützer" - mit diesem Credo wurde die Diskussion beendet. Um Impulse für eine aktive, verantwortliche und zukunftsweisende Fortschreibung des Kulturgutes Jagd zu setzen, solle es künftig jährlich einen öffentlichen "Akademietag" geben.


(Fotos: BJV)

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